Lernen unter freiem Himmel - oder wieviele Stacheln hat ein Igel?

Wie lernt ein Kind am besten? Wo und was lernt es zu welcher Zeit? Diese Fragen haben schon sehr viele Menschen bewegt. Lehrbücher und Studien, päd. Reformen und Bildungseinrichtungen der verschiedensten Art entstanden.

Jedes und alles erhebt den Anspruch das beste System, das geeignetste Umfeld für Kinder im Alter von 3-6 Jahren geschaffen zu haben. Und sicherlich hat jedes für sich und alle zusammen sehr viel Gutes und pädagogisch Wertvolles hervorgebracht und seine Berechtigung.

Was nun aber, wenn das Kind erlaubt bekommt, sich selbst sein passendes Lernumfeld zu schaffen, oder es günstiger Weise im Naturraum einfach vorfindet?

Dann sind wir im Waldkindergarten.

Kinder lernen, da sind sich alle einig, überwiegend aus Erfahrung, durch beobachten, ausprobieren, imitieren etc. Diese Lernplattform bietet der Naturraum Wald in unerschöpflicher Vielfalt. Hier werden Fichtenzapfen zu Helden und Familienmitgliedern. Baumkronen zum Piratenschiff. Die Kinder können alle ihrem individuellen Entwicklungsstand folgend, täglich neue „Mutproben“ und Herausforderungen bestehen. Zum Beispiel, wenn sie über einen Graben springen, oder über hohe Baumstämme balancieren. Alle Entwicklungsbereiche werden gefordert, wenn sie durch den Wald mit uns streifen und Neues entdecken. Wir Erzieherinnen sind ihre Lernbegleiter, die ihnen Bezüge zu dem jeweils Erlebten schaffen. Sprache wird hier zu einem unersetzlichen Medium. 

Neben Projekten die sich mit Natur und Umwelt befassen, stehen auch viele andere Dinge mit auf unserem Wochenplan. So auch bei unserem „Igel-Projekt“ nach den Sommerferien. Da Igel nachtaktiv sind und wir sie nur selten lebend zu Gesicht bekommen, durften wir eine Patenschaft für eine kleine Igelin aus der Igelstation übernehmen. Wir boten den Kindern Spiele, bei denen sie die Eigenschaften des Igels selbst erfahren durften. Geruchsinn durch erriechen von Nahrungsmitteln und Tastsinn durch die Suche nach anderen spitzen und weichen Dingen im Wald. Igel Stacheln wurden unter dem Mikroskop angeschaut und gemalt (Kognition), kleine Tonigel gestaltet (Feinmotorik). Wir fanden heraus wie viele Stacheln ein Igel hat indem wir Kiefernadeln sammelten und sie abzählten (mathematisches Denken). Wie viel ist Hundert? Fünf Kiefernadelpärchen sind 10 und wenn wir 10 Mal so viele suchen sind das Hundert. Wie fühlt sich ein Igel im Winterspeck? Mit Gewichtssäcken bepackt durften die Kinder dies selbst ausprobieren.Natürlich wurde auch viel gesungen, gelesen  und gereimt zum Igel. Zwischendrin besuchte uns immer wieder unser Igelchen „Hanni“ und zeigt uns, wie groß sie schon geworden war. Und als sie dann dank der fürsorglichen Hand unserer Kollegin endlich stark und schwer genug war, entließen wir sie mit einer „Freiheitsparty“ in die Freiheit. Den 10 zeiligen Reim, den selbst unsere 3-jährigen dank des guten Themenbezuges nach kurzer Zeit konnten, gaben wir „Hanni“ mit auf den Weg. Sowie viele Wünsche in Seifenblasen verpackt.

Dies war nur eines von vielen Projekten. Wichtig für die Entwicklung sind jedoch alle Erfahrungen die die Kinder täglich sammeln. Sonne, Wind und Regen. Die wechselnden Jahreszeiten. Selbst der Geruch verändert sich und auch die Geräusche unterliegen dem jährlichen Wandel. Wir erleben, wie respektvoll Kinder mit der Natur umgehen. Ob es nun die Insekten sind oder die Brennnesseln die im Frühling so wichtig für die Eiablage der Schmetterlinge sind.

 

Im Waldkindergarten lernen wir also nicht nur natürlich, weil wir uns in der Natur befinden, sondern weil es unserer Meinung nach, die natürlichste, unserer Art-Mensch entsprechende Lernmethode ist. Und dies von je her.

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Aufnahmeantrag Spielgruppe Wichtelinies
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Abmeldung Spielgruppe Wichtelinies
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Aufnahmeantrag Waldkindergarten
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Aufnahmeantrag Vereinsmitgliedschaft
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